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Von Monstern, Geistern und Hinterwäldlern

Das Fantasy Filmfest kommt nach Köln

Von Marcus Wessel

Der Sommer geht, das Fantasy Filmfest kommt. Über sechzig Filme aus den Segmenten Horror, Thriller, Suspense und Fantasy zeigen die Veranstalter einem kinobegeisterten Publikum, das nach neuen Meisterstücken abseits des Mainstreams sucht. 

Wem das normale Kinoprogramm zu langweilig und monoton ist, der sollte einmal einen Blick auf die Filme des Fantasy Filmfests riskieren. Deutschlands größte und wichtigste Plattform für das Genrekino geht in die 26. Runde. Nach den Anfängen in der zwischenzeitlich geschlossenen und seit kurzem wiedereröffneten Residenz gastiert das Festival schon seit einigen Jahren in den Sälen des Cinedoms. Vom 6. bis 13. September zeigen die engagierten und selbst kinoverrückten Veranstalter von Rosebud Entertainment über 60 Beiträge, welche die gesamte Bandbreite und Vielseitigkeit des modernen Genrekinos eindrucksvoll dokumentieren. Dabei reicht die Auswahl von asiatischem Martial-Arts-Kino in 3D („Flying Sword of Dragon Gate“), über Subkultur-Geschichten („A.C.A.B. – All Cops are Basterds“) bis hin zu blutigem, augenzwinkerndem Monster-Horror („Grabbers“).

Eröffnet wird das Festival mit der britischen und tiefschwarzen Killerkomödie „Sightseers“. Der Film von Regisseur Ben Wheatley schickt ein verschrobenes Working-Class-Pärchen auf eine blutige Rundreise durch die englische Pampa. Hier treffen die „Natural Born Killers“ auf ihre nicht minder skurrile Verwandtschaft von der Insel. Ein bitterböser Spaß für alle Freunde des etwas anderen Humors. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch das diesjährige „Centerpiece“. Die US-Produktion „Beasts of the Southern Wild“ malt vor prächtiger Südstaaten-Kulisse eine märchenhafte Ballade. Der bereits in Sundance und Cannes ausgezeichnete, ausschließlich mit Laiendarsteller besetzte Film ist ein kleines Kinojuwel, das Besucher des Fantasy Filmfests schon rund drei Monate vor seinem regulären Kinostart erleben dürfen.

Eingeteilt sind die Filme in verschiedene Rubriken, was die Orientierung etwas erleichtert. So findet sich neben der Sektion mit asiatischen Produktionen (Focus Asia) auch wieder die von echten FFF-Fans tief verehrte „Midnight Madness“-Reihe. Die zumeist zu später Stunde gezeigten Werke richten sich an Festivalbesucher mit einem besonders unempfindlichen Magen. Der herrlich überdrehte und blutige Hinterwäldler-Spaß „Inbred“ – eine deutsch-britische Ko-Produktion – ist für diese ungewöhnliche Sorte Film ein ausgesprochen gutes Beispiel. Regisseur Alex Chandon und Produzent Yazid Benfeghoul werden als Gäste bei der Premiere vorbei schauen. Zu den Institutionen des Festivals zählt inzwischen auch der „Fresh Blood Award“, welcher ausschließlich von den Zuschauern verliehen wird. Dazu werden Stimmkarten mit Schulnoten verteilt. In diesem Jahr gehen zwölf Erstlingswerke um den begehrten Publikumspreis ins Rennen – darunter das spanische Science-Fiction-Märchen „Eva“ mit Daniel Brühl und der britische Geisterfilm „The Awakening“.

Für den experimentierfreudigen Filmfreund gibt es wieder einmal viel zu entdecken. Gerne geben die bei nahezu jeder Vorstellung anwesenden Festivalmacher auch über ihre ganz persönlichen Favoriten Auskunft. Ohnehin ist die Atmosphäre sehr familiär und locker. Hierzu tragen auch die längst legendären Ansprachen vor dem Eröffnungs- und Abschlussfilm bei. Für nahezu jeden Geschmack sollte sich so der passende Schatz finden lassen. Synchronisationsverächter werden erfreut darüber sein, dass sämtliche Filme im Original – zum Teil ergänzt um Untertitel – gezeigt werden. Auch das ist in der heutigen Kinolandschaft keine Selbstverständlichkeit mehr.

Empfehlungen: Sightseers, The Awakening, Excision, Beasts of the Southern Wild, Inbred, Violet & Daisy, Doomsday Book, Eva, A.C.A.B. – All Cops are Basterds, Killer Joe, Flying Sword of Dragon Gate - 3D, A Gang Story, Chained, Detention, Grabbers, Replicas.

Komplettes Programm & Zeitplan unter: http://www.fantasyfilmfest.com

Preise: 9 Euro bzw. 11 Euro (3D-Filme).

(Erstellt am 30. August 2012 - 13:07 Uhr; aktualisiert 4. September 2012 - 8:12 Uhr)


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Kommentare

Na, also, das war doch schon

Na, also, das war doch schon mal ein Einfang!

"Monster, Geister und

"Monster, Geister und Hinterwäldler" trifft man mittlerweile in Köln an jeder Ecke. Traurig, aber wahr.

PS. Herr Wessel, ein Blick vorab in die deutsche Grammatik würde nicht schaden!

Leider ist es wirklich

Leider ist es wirklich so...
Außerdem gebe ich "Kritiker" Recht, sich die Grammatik näher anzusehen.

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