Offener Brief an den OB
Brauerei-Verband übt Kritik an geplantem Glasverbot
Der Kölner Brauerei-Verband übt in einem offenen Brief massive Kritik
an den Plänen für ein Verbot von Glasflaschen im Kölner Karneval. Der
Verband fürchtet eine Benachteiligung im wichtigen Geschäft der tollen
Tage und fühlt sich bei den Überlegungen übergangen.
Die unerfreulichen Folgen des Karnevals sind jedem Jecken bekannt: Die Zülpicher Straße wird zum Scherbenmeer, Glasflaschen als Wurfgeschoss missbraucht. Nach einem Bericht der "Kölnischen Rundschau" wurde in diesem Jahr sogar der Einsatzleiter der Polizei, Volker Lange, Opfer einer solchen Attacke - er blieb jedoch unverletzt.
Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative wollen Polizei und Stadt einen Ratsbeschluss erwirken, der der Gefahr aus Glas Einhalt gebieten soll: Erstmals soll an Weiberfastnacht an den Gewalt-Schwerpunkten Altstadt, Zülpicher Straße und den Ringen ein Verbot von Glasflaschen und Dosen verhängt werden.
Kritik an diesem Vorgehen kommt nun vom Kölner Brauerei-Verband. In einem offenen Brief kritisieren die Brauer, in einen Problemlösungsprozess garnicht einbezogen worden zu sein - sondern von den Plänen nur aus den Medien erfahren zu haben. Die vorgeschlagene Lösung eines Glasverbotes stößt den Absendern übel auf: Die Probleme würden nicht gelöst, sondern nur verlagert. Gerichtet ist das Schreiben an Oberbürgermeister Jürgen Roters, alle Ratsfraktionen, Ordnungsamt, Festkomitee und den Polizeipräsidenten.
Der Verband fürchtet auch eine wirtschaftliche Benachteiligung gegenüber Konkurrenten. "Alternativgebinde (PET-Flaschen) werden von unseren Mitgliedsbrauereien nicht angeboten. Stattdessen würde dann auf andere Sorten zurückgegriffen" heißt es in der Mitteilung. Auch einen Gegenvorschlag machen die Brauer: Ein Verkaufsverbot für Hochprozentiges stelle eine sinnvolle Alternative dar. Zudem sollte über verstärkte Alterskontrollen und Sponsoringmaßnahmen von Glasrücknahmestationen nachgedacht werden.
Stadtdirektor Guido Kahlen will Ende November nähere Einzelheiten zu der Beschlussvorlage bekanntgeben, erst dann sei die rechtliche Prüfung der Idee abgeschlossen. Über ein mögliches Glasverbot müsste der Rat dann am 17. Dezember entscheiden.
(Erstellt am 12. November 2009 - 12:36 Uhr; aktualisiert 12. November 2009 - 14:53 Uhr)
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Kommentare
Dies ist ein
Dies ist ein zweischneidiges Schwert. Hüben sind die, die den "Glasberg" auf einigen Straßen eindämmen wollen und Drüben stehen die, die Geld verdienen möchten, die Lobby wie schon geschrieben wurde. Nur sollten die Lobbyisten sich mal das Kwatier Lateng ((Rund um die Zülpicherstr.)anschauen. Dort kann man nur noch mit Sicherheitsschuhe laufen, da man sich sonst das Glas in die Füße tritt. - Aber wie soll/will das Kölner Ordnungamt bei einer Besetzung von ca. 80 Leuten diese Arbeit bewältigen ?! Es gibt ja nicht nur die Zülpicherstr. ! Ich meine, dies ist eine nicht zu bewältigende Aufgabe. - Was nützt es, wenn sie die Büdchen u. Kioksbesitzer per Strafe das Verkaufen von Flaschenbier verbieten. Die Leute kaufen sich dann eben ihre Getränke woanders. Werde dies mal beobachten, da ich nur zwei Steinwurf vom Kwatier Lateng wohne.
MfG
W.P.
Na, toll, da ist sie mal
Na, toll, da ist sie mal wieder: die Lobby!










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