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Zertifizierte Gottheiten

Auf den Spuren einer raffinierten Fälschung

8.000 bis 25.000 Euro kostet in Bangkok eine antike Steinskulptur der Khmer. Für viele Touristen ein Schnäppchen, vor allem wenn Zertifikate Echtheit und Ausfuhrerlaubnis garantieren. Doch meist sind es Fälschungen – die kleine Ausstellung „Tatort Kambodscha? Einer Fälschung auf der Spur“ im Rautenstrauch-Joest-Museum zeichnet jetzt einen exemplarischen Fall nach.

Zwar fehlen dem Corpus delicti Kopf und Arme, doch der Torso der barbusigen Sandstein-Göttin strahlt immer noch eine strenge Schönheit aus. Darin hatte sich wohl auch ihr Käufer verliebt.

Doch ein Expertenteam um die Göttinger Ethnologie-Professorin Brigitta Hauser-Schäublin und die Kölner Geologin Esther von Plehwe-Leisen konnte vor allem anhand der Bearbeitungsspuren nachweisen, dass es sich keineswegs um ein ehemaliges Sammlerstück (und damit zur Ausfuhr erlaubt) handelt, sondern um eine recht junge Fälschung. Auch die drei vorgelegten Echtheitszertifikate („stammt aus dem 11. Jahrhundert“) erwiesen sich als gefälscht.

Die Geschichte der tatsächlich wenige Jahre statt einiger Jahrhunderte alten Plastik hat eine ironische Pointe. Hauser-Schäublin befand sich gerade in Bangkok, um dort über die Verluste der alten nationalen Kultur durch Plünderungen und Fälschungen zu recherchieren. In einer Galerie traf sie einen Kollegen aus Göttingen, der gerade im Begriff war, die Plastik für fast 10.000 Euro zu kaufen. Irgendwo verlor man sich jedoch aus den Augen, sie konnte ihn nicht mehr rechtzeitig warnen.

"Alles ein Irrtum". Natürlich. 

In Göttingen traf man sich dann wieder – und stellte nach gründlicher wissenschaftlicher Untersuchung die Fälschung fest. „Alles ein Irrtum“, entschuldigte sich der thailändische Händler nach einem Protestbrief und erstattete den Kaufpreis. Was ihn nicht davon abhielt, weiter nachgemachte Skulpturen mit denselben gefälschten Echtheits-Zertifikaten zu verkaufen, wie Hauser-Schäublin bei einem späteren „Undercover“-Besuch feststellen konnte.

In Köln klärt die falsche Göttin nun im ehemaligen Junior-Museum über den internationalen, aber in der Regel illegalen Handel mit echtem und gefälschtem Kulturgut auf. Zu sehen ist sogar der rosa Trolley-Koffer, in dem sie aus Fernost nach Deutschland reiste. Ob die Fälscher nun dank Erkenntnissen deutscher Forschung mit besserer Arbeit „nachrüsten“, bleibt abzuwarten.

Tatort Kambodscha? Einer Fälschung auf der Spur“ – bis 6. August 2017, Rautenstrauch-Joest-Museum, Kulturzentrum am Neumarkt, Cäcilienstr. 29-33, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat bis 22 Uhr.

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