Masterplan
Äußerer Grüngürtel soll besser nutzbar werden
Ein Lauf rund um Köln durch den Äußeren Grüngürtel – das wäre etwa so lang wie ein Marathonlauf. Landschaftsplaner Gerd Aufmkolk könnte sich als Aktion auch ein Vielvölker-Picknick im Grüngürtel vorstellen. Oder ein Konzert aller Schulen, die direkt in der Nachbarschaft liegen. Alles nur, damit die Kölner endlich merken, welches einmalige Kleinod ihnen Adenauer da vor gut 90 Jahren geschenkt hat. Denn mit dem ringförmigen, 2.800 Hektar großen Erholungsgebiet ist es nicht zum Besten bestellt.
Seit 2008 spendete die Kölner Grünstiftung 400.000 Euro, um einen “Entwicklungsplan für den Grüngürtel” erstellen zu lassen. Der ist arg zerstückelt, wird durch Verkehrswege, Gewerbe- und Wohngebiete bedroht. Sechs Mal wurde intensiv mit den Bürgern diskutiert. Jetzt liegt ein Maßnahmenkatalog vor, der die Bürgerwünsche aufgreift und nach kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Umsetzmöglichkeit auflistet. Im November soll der Rat darüber beraten.
Mehr Übergänge über Autobahnen und Eisenbahnstrecken wünschen sich die Bürger etwa, mehr Naturschutz, bessere Nutzung der Festungsanlagen, Rückwandlung von Gewerbegebieten. Auch mehr Durchlässigkeit am Müngersdorfer Stadion. Aufmkolk befürchtet, dass sich in der Nachbarschaft des Stadions die Sporthochschule den Grüngürtel anknabbert. Auch die Parkplätze und den Minigolfplatz am “Haus am See” will er verschwinden lassen: “Diese rare Gastronomie im Grüngürtel wird unter Wert verkauft.”. Und im Norden wünscht er sich zwischen Niehl und Stammheim eine Fähre als Lückenschließer.
Joachim Bauer, Amtsleiter im Grünflächenamt, hofft, dass der "Grüngürtel: Impuls 2012", sobald er vom Rat angenommen wurde, allen städtischen Dezernaten als Richtschnur für künftige Entwicklungen dient. Aufmkolk geht davon aus, dass – meint man es Ernst – es gut 30 Jahre dauern könne, bis alles umgesetzt sei. Beatrice Bülter, Vorstand der Grünstiftung, versprach, dass bei jedem Schritt die Bürger einebezogen werden
Jetzt aber stehen erst einmal “Sicherungsmaßnahmen” an. Etwa ein geschlossener Rundweg an mit einem Wanderzeichen. Dann könnte ja der Marathonlauf durch Wald, Wiesen und Heide, vorbei an Festungen, Teichen und Sportanlagen kommen. (js; Foto: Bilderbuch Köln)
(Erstellt am 15. Mai 2012 - 8:20 Uhr; aktualisiert 16. Mai 2012 - 11:36 Uhr)
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