Zum Mitsingen

3.500 kölsche Liedtexte im Internet

Die Refrains kann wohl jeder mitsingen. Aber was singen Bläck Fööss, Räuber oder Paveier dazwischen? Wie war das genau mit Schmitzens Billa in dem Lied von Ostermann? Oder mit dem Campingvergnügen, das nur zum Totlachen reizte? Diese Wissens- und Sangeslücken will jetzt die „Akademie för uns kölsche Sproch“ schließen. Sie hat die Texte von rund 3.500 kölschen Liedern ins Internet gestellt.

Auf www.koelsch-akademie.de findet sich die „Kölsche Liedersammlung“. Die gesuchten Lieder lassen sich nach mehreren Kriterien finden: Interpret, Komponist oder Autor. Auch Kategorien wie Karneval, Weihnachten, Krätzche oder Parodie stehen zur Auswahl. Selbst ein Stichwort genügt – und siehe da: Nicht nur die Höhner haben den Sultan besungen, auch Hermann Theis zitierte einen Sultan in Sachen Liebe. Der Text erscheint jeweils im Original in der klassischen Wrede- Schreibweise, op Kölsch in der umstrittenen modernen Fassung der Kölsch-Akademie und auf Hochdeutsch. Es gibt Verweise auf den Rechteinhaber, von denen auch die Noten zu beziehen sind, und – wenn vorhanden – auf Tonträger oder die Quelle, von der sich das Lied kostenpflichtig herunterlasen lässt. Viele können übrigens in der Akademie kostenlos ausgeliehen werden.

Die ältesten Lieder sind nur mündlich überliefert, sie stammen wohl vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Aber auch die neuesten Karnevalshits etwa von de Boore oder Funky Marys sind dabei. Für Liedgut-Expertin Christa Bhatt eine Zeitgeschichte in Noten, für Kölsch-Rocker Rolly Brings eine „unvergleichliche Quelle“, aus der sich ablesen lässt, wie die Kölner etwa Krieg und Wiederaufbau bewältigt haben. Gesucht werden auch noch unbekannte Kölsche Lieder.

Keine Texte vom Gerig-Verlag

Wer nun aber in froher Runde mit der frisch erworbenen Textkenntnis etwa von Jupp-Schmitz-Liedern strunzen will, hat Pech gehabt. Trotz mehrfacher Bitten der Kölsch-Akademie hat der Gerig-Verlag in Bergisch Gladbach die Veröffentlichung nicht frei gegeben. „Wir waren zu Sonderkonditionen bereit, aber kostenlos geht das nicht“, erklärt dazu Verlagschef Carsten Ilgner auf Nachfrage. Zahlen aber kann und will man bei der Akademie nicht.

Gleiches gilt für rund 400 andere Texte wie von Gerhard Jussenhoven oder den frühen Ohrwürmern der Bläck Fööss. „Die würden sie gerne zur Verfügung stellen, aber Gerig besitzt 50 Prozent der Rechte“, beschreibt Bhatt das Problem.

Wer also wissen will, warum genau es mit der Liebe zu Meyers Käthche nicht klappte, hat Pech gehabt. Vorerst.

Internet: www.koelsch-akademie.de

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