Bahnknoten Köln

15 Maßnahmen gegen Verspätungen und überfüllte Züge

Der Kölner Hauptbahnhof ist schon lange an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Verspätungen, überfüllte Züge und Bahnsteige zeigen es. Und es wird noch schlimmer: Die EU verlangt, Strecken für den wachsenden internationalen Güterverkehr freizuhalten. Ein Gutachten nennt nun 15 Punkte, wie die Situation am „Bahnknoten Köln“ verbessert werden kann. Die Kosten dafür können nur geschätzt werden, dürften sich aber mindestens im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Mit 280.000 Fahrgästen täglich ist der Kölner Hauptbahnhof einer der meistfrequentierten in Deutschland. Elf Strecken für den Personennah-, Regional- und Fernverkehr laufen hier zusammen. Zwei von drei internationalen Güterverkehrsstrecken durchqueren ihn – allein hier wird bis 2025 mit einem Zuwachs von 65 Prozent gerechnet. Schon jetzt ist das Potenzial ausgeschöpft, Verbesserungsmaßnahmen sind dringend nötig.

Erstmals ziehen Deutsche Bahn (DB) und Nahverkehr Rheinland (NVR) an einem Strick, wollen gemeinsam die 15 Punkte umsetzen, die das Gutachten in einem zeitlichen Dreistufenplan vorschlägt. Bis 2030 will man die Agenda abgearbeitet haben.

Eine wichtige Maßnahme ist die Verlagerung des Nahverkehrs auf das S-Bahn-Stammnetz. Dafür sollen – möglichst schon bis 2019 – zwei zusätzliche S-Bahn-Gleise auf den Nordseiten von Hauptbahnhof und Deutzer Bahnhof angebaut werden. Die geschätzte Bauzeit: anderthalb Jahre. Die nötigen Fundamente für eine Erweiterung wurden schon bei der Erweiterung vor 12 Jahren angelegt. Ziel ist es einen Zweieinhalb-Minuten-Takt zu erreichen, wie er schon in München möglich ist.

Zweigleisig ausgebaut werden soll die S 11 vor Bergisch Gladbach, die Erftbahn wird elektrifiziert, ausgebaut werden die Oberbergische Bahn. Auch Mönchengladbach soll an das S-Bahn-Netz angeschlossen werden. In Köln-Bonntor wird ein Personenbahnhof entstehen.

Für Kalscheuren und Gremberg sind „Überwerfungsbauwerke“ geplant, das heißt Brücken, die ein Überqueren der Gleise ermöglichen. Bisher kreuzen sich dort verschiedene Linien auf einer Ebene, was aufwändige Signalanlagen erfordert und bei Verspätungen den Fahrplan durcheinander bringt.

Weiter geplant sind u.a. die Beseitigung des Engpasses Steinstraße der Schnellbahnstrecke Köln-Frankfurt, ein Überholgleis für den Güterverkehr bei Aachen und ein verlängertes Überholgleis bei Sechtem. Zahlreiche RE- und RB-Strecken werden elektrifiziert.

Mit geschickter Planung lasse sich der Engpass Hohenzollernbrücke besser nutzen, versicherte NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. Die neuerliche Erweiterung der Brücke um zwei Gleise sei zwar wünschenswert, bleibe aber ein Traum. Gleiches gelte vorerst für einen Ausbau des Deutzer Bahnhofs, der insbesondere bei den Nord-Süd-Verbindungen den Hauptbahnhof entlasten könnte. Doch weigerte sich zum Beispiel die niederländische Bahn, ihn als Zielort anzufahren.

Als nächstes werden die vorgeschlagenen Maßnahmen „eisenbahnbetriebswissenschaftlich“ auf Kosten und Nutzen überprüft. DB und NVR erhoffen sich davon konkrete Begründungen um sich etwa im neuen Bundesverkehrswegeplan gegen rein „politische“ Wünsche durchsetzen zu können. Dann könne man auch die entsprechenden Fördermaßnahmen „in den undurchschaubaren Finanzierungsstrukturen“ beantragen, so Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im Landesverkehrsministerium. Abzuwarten sei auch, welche Gelder künftig im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) bereitgestellt werden. (js)

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