Der Felsengarten
111 Orte: Eine verwunschene Schlucht am Fort VI
Der Felsengarten am Fort VI hat etwas von einem alten Märchenwald. Durch die hohen Bäume ist es hier immer recht düster, wie verwunschen. Man würde sich nicht wirklich wundern, kämen hier Trolle oder Feen aus dem Gebüsch geschlüpft.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Wie die Felsbrocken, so wirkt auch die Landschaftsformation hier sehr untypisch für Köln. Gartendirektor Fritz Encke, unter dessen Ägide die Anlage 1923 ihren Anfang nahm, orientierte sich am Grundriss des ehemaligen Preußenforts.
Und so entstand hier, im nördlichen Seitengraben, eine künstliche Schlucht, von der aus die felsdurchsetzten Wände gut 20 Meter steil in die Höhe steigen. Kleine Pfade führen außen herum auf ein Plateau, von wo aus der Blick durch den Wald und auf den nahe gelegenen Decksteiner Weiher fällt.
Fort Deckstein aus der Preußenzeit
Das Fort Deckstein, wie es auch genannt wird, entstand 1873– 1876 im Rahmen des äußeren Befestigungsrings der Preußenzeit. Laut Versailler Vertrag durften dann nach dem Ersten Weltkrieg lediglich das stadtwärtige Kehlhaus sowie die seitlichen Wallanlagen erhalten bleiben.
Nach der Entmilitarisierung entstanden vor dem Fort zwei Fußballplätze, der Vorhof wurde repräsentativ umgestaltet. Und anstatt die herumliegenden Betontrümmer der gesprengten Festung aufwendig zu entsorgen, verfiel Encke auf die Idee eines Felsengartens. Ursprünglich war der sogar von Zierstauden geschmückt, aber schon wenige Jahre später geriet die Installation in Vergessenheit.
Der Felsengarten wuchs zu und fiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem er erst im Jahr 2001 wieder erwachte. Die Initiative für die Sanierung kam vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege sowie vom städtischen Grünflächenamt. Bei der Entrümpelung halfen unter anderem Schüler des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums.
111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.
(Erstellt am 27. Mai 2011 - 13:18 Uhr; aktualisiert 30. Oktober 2012 - 13:48 Uhr)
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