Alt St. Katharinen
111 Orte: Der zweite Dom von Köln
Köln macht seinem Namen als Domstadt alle Ehre. So ist hier nicht nur der gotische Bau in der Innenstadt beheimatet, ein bisschen weiter rheinabwärts steht Kölns zweiter Dom: Das Niehler Dömchen.
Die rundum laufende Mauer wurde kurz nach 1784 errichtet, dem Jahr des schlimmsten Kölner Hochwassers seit Menschengedenken. Schon der Anblick von außen hat etwas ausgesprochen Idyllisches: Man sieht den Fluss, die Häuschen des alten Fischerdorfes Niehl und eben diese kleine, hinter der Mauer versteckte Kirche. Hinter dem Tor wird die Beschaulichkeit noch durch die Ruhe befördert, in die man hier eingetreten ist. Und der Bau mit seinem geduckten Viereckturm und uralten Gemäuer tut ein Übriges.
Das Niehler Dömchen gehört von seiner Entstehungsgeschichte her zu den kleinen romanischen Kirchen der Stadt. Wie bedeutend es einst war, daran erinnert noch heute der Nippeser Straßenname "Niehler Kirchweg". Denn lange Zeit war Alt St. Katharina das einzige Gotteshaus der Umgegend, und auf seinem Kirchhof wurden auch die Verstorbenen aus Nippes und Mauenheim beigesetzt. Nicht zuletzt deshalb wurde das Gebäude schon im 13. Jahrhundert aufwendig umgeformt und dem Zeitgeschmack angepasst. Nachdem das südliche Seitenschiff abgerissen war, entstand das Mittelschiff samt Chor in der bis heute bestehenden gotischen Form.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehenhaben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Schätze aus drei Jahrunderten
Zu den wertvollsten Schätzen der Kirche zählt die Kanzel. Sie zeigt ein Bild der heiligen Katharina und die Jahreszahl 1622. Die gekrönte Madonna neben dem Altar stammt aus dem 16. Jahrhundert, und eine Skulptur des Abendmahls wird auf die Zeit um 1430 datiert. In angenehmem Kontrast dazu stehen die modernen Chorfenster von Vincenz Pieper (1978). Der kleine Kirchhof wird dominiert von einem zentralen Kriegerdenkmal aus preußischer Zeit.
Unter dem Reichsadler, der Pickelhaube und gekreuzten Säbeln wird unter anderem der Toten aus der Schlacht bei Königgrätz im Jahr 1866 gedacht. Zum Rhein hin steht hingegen der letzte erhaltene Grabstein des Areals. Er erinnert an Engelbert Denhoven, von 1812 bis 1826 erster Bürgermeister von Longerich.
Adresse: Sebastianstr. 231, 50735 Köln
Dieser Artikel ist ein Auszug aus demBuch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrundund Britta Schmitz (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.
(Erstellt am 28. September 2012 - 13:16 Uhr; aktualisiert 30. September 2012 - 16:09 Uhr)
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