Kaffee vor "The Kitchen"

111 Orte: Der Van-Dyck-Salon

Im Stil von Louis XVI. einen Kaffee trinken? Das weckt eher den Gedanken an Versailles als an die Kölner Innenstadt. Aber der Van-Dyck-Salon zwischen Gaffel-Brauhaus und Mac Donald's am Hauptbahnhof macht genau das auch für den Rheinländer möglich. Perfekt, wenn man an einem trüben Sonntag in eine andere Welt abtauchen möchte.

Das Excelsior Hotel Ernst liegt direkt an der viel befahrenen Trankgasse und wird von recht bodenständigen Nachbarn flankiert: rechts das Gaffel-Brauhaus, links McDonald’s. Tritt man jedoch ein, stets geleitet von einem der livrierten Portiers, wechselt man über in eine völlig andere Welt. Das 1863 eröffnete Grandhotel offenbart dem Gast ein luxuriöses, zugleich jedoch geschmackvoll-gediegenes Ambiente, dominiert von Möbeln im Stil des XV. und XVI. Louis.

Durchquert man geradewegs die Lobby, gelangt man in jenen ungewöhnlichen Wintergarten, der eigentlich gar keiner ist. Tageslicht sucht man hier vergeblich, die Wintergarten-Atmosphäre wird mithilfe einer hohen, komplett verglasten Decke und geschickter Lichttechnik simuliert. Vor allem nachmittags tummeln sich hier solche Gäste, die das breite Angebot an feinen Kuchen und auserlesenen Teesorten zu schätzen wissen.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
Dieses Buch jetzt bestellen

Wie eine Nische schließt sich der nur 34 Quadratmeter große Van-Dyck-Salon links an den Wintergarten an. Indirektes Licht setzt einen echten van Dyck in Szene. Nicht umsonst heißt das Gemälde »The Kitchen«, trägt also einen englischen Titel. Denn der 1599 in Antwerpen geborene Anthonis van Dyck, zunächst ein Rubens-Schüler, trat 1632 in die Dienste des englischen Königs ein. Er wurde geadelt und nach seinem Tod in der St. Paul’s Cathedral beigesetzt.

Seinen Kaffee (oder Whisky) kann der Besucher auch auf der Empore mit ihren holzgetäfelten Wänden und den luftig verteilten Sitzgruppen zu sich nehmen. Direkt über der Lobby gelegen, offeriert sie einen schönen Blick auf den Dom, die Domplatte und – nun ja – die Einfahrt des Dom-Parkhauses. Wie im Wintergarten und im Van-Dyck-Salon wird man auch hier täglich ab halb sieben mit live gespielter Klaviermusik berieselt. Sie dringt aus dem letzten auch für Nicht-Hotelgäste zugänglichen Raum, der benachbarten Piano-Bar.

111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

 

Schon gelesen?

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Erlaubte HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <img> <table> <tr> <td> <th> <span> <p> <br> <blockquote> <hr>
  • Beiträge zitieren möglich mit: [quote]
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst BBCode verwenden, URLs werden automatisch in Links umgewandelt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Firmenvideos von Kölner Unternehmen