In Nippes

Em Golde Kappes - Kölsche Kneipe mit Beichtstuhl

Die Kneipe "Em Golde Kappes" gab es schon als die Florastraße in Nippes noch Kappesgasse hieß. Seit 1913 ist sie fester Bestandteil im Herzen des Veedels, allerdings mit einer kurzen Auszeit von neun Monaten, in denen die Gaststätte geschlossen werden musste.  

Warum der Golde Kappes seine Kunden mit einem goldenen Kohlkopf plus sechszackigem Stern über dem Eingang begrüßt? – Ganz einfach: Der Kohl rührt daher, dass die angrenzende Florastraße im Jahr 1913, als der Kneipenname aufkam, noch »Kappesgasse « hieß. Diese wiederum war nach dem vorherrschenden Produkt der umliegenden Bauern benannt.

Und das sogenannte Hexagramm hat nichts mit dem Davidstern zu tun, sondern diente traditionsgemäß als das Symbol der Brauerzunft. Es repräsentiert die vier Elemente, die für die Bierproduktion von Bedeutung sind. Gerste und Hopfen gedeihen in der Erde, gebraut wird mithilfe von Wasser und Feuer, während die Luft wichtig für die Gärung des Suds ist. An der Ecke Neusser und Einheitsstraße hat mit großer Wahrscheinlichkeit schon vor Jahrhunderten ein Brauhaus gestanden.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Kneipen, die man kennen muss" von Bernd Imgrund und Thilo Schmülgen (Fotos).
Dieses Buch jetzt kaufen

Die moderne, bis in unsere Gegenwart reichende Ära beginnt jedoch mit dem Nippeser Wirt Matthias Becker in besagtem Jahr 1913. Vielen gilt diese Eckkneipe seither als das Herz von Nippes, aber im Februar 2009 hätte es beinahe aufgehört zu schlagen. Die Wirtsfamilie d’Agnolo, Nachfahren Beckers, hatte Konkurs angemeldet. Monatelang stand der Kappes leer, bis die Brauerei Früh in die Bresche sprang.

Ein Beichtstuhl in der Kneipe 

Um Platz für eine richtige Küche zu schaffen, wurden tragende Wände entfernt. Und weil das zuvor von Mühlen belieferte Haus nicht nur sanierungsbedürftig, sondern zudem einsturzgefährdet war, mussten hier über vierzig Tonnen Stahl eingezogen werden.

Seit der Wiedereröffnung im November 2009 verfügt der Kappes nun über zwei neue Sälchen im ersten Stock. Erhalten blieb hingegen der beliebte Thekenbereich mit dem kunstvoll geschnitzten Beichtstuhl. Matthias Becker hatte seinerzeit zur Eröffnung eine Anzeige geschaltet, in der er »um gütigen Zuspruch« für seine Restauration bat. Den hat der Kappes bekommen.

Mehr zur Kneipe "Golde Kappes" im koeln.de-Gastroführer

Adresse Neusser Straße 295 | Telefon 0221/92 29 26 405 | www.emgoldekappes.de | Öffnungszeiten täglich ab 10 Uhr | ÖPNV Bahn 12, 15, Haltestelle Florastraße

Die Serie auf koeln.de: 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Kneipen, die man kennen muss" von Bernd Imgrund (Text) und Thilo Schmülgen (Fotos), erschienen im Verlag Emons. Dieses Buch jetzt kaufen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

article
691129
In Nippes
111 Kneipen: Em Golde Kappes
Die Kneipe \"Em Golde Kappes\" gab es schon, als die Florastraße in Nippes noch Kappesgasse hieß. Seit 1913 ist sie fester Bestandteil im Herzen des Veedels, allerdings mit einer Auszeit von neun Monaten, in denen die Gaststätte geschlossen war.
http://www.koeln.de/koeln/111_kneipen_em_golde_kappes_691129.html
http://www.koeln.de/files/koeln/kappes_225_1.jpg

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Erlaubte HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <img> <table> <tr> <td> <th> <span> <p> <br> <blockquote> <hr>
  • Beiträge zitieren möglich mit: [quote]
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst BBCode verwenden, URLs werden automatisch in Links umgewandelt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Firmenvideos von Kölner Unternehmen