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Tschick

  • Land
    Deutschland
  • Länge
    92 Minuten
  • Jahr
    2016
  • FSK
    12
  • Regie
    Fatih Akin
  • Darsteller
    Anad Batbileg, Tristan Göbel, Mercedes Müller
  • Genre
    Drama

Der 14-jährige Maik langweilt sich in den Schulferien in der Luxus-Villa seiner Eltern, während seine Mutter in einer Entzugsklinik und sein Vater angeblich auf Geschäftsreise mit seiner Sekretärin ist. Der Sommer scheint aber gerettet zu sein, als plötzlich sein Klassenkamerad Tschick mit einem gestohlenen Auto auftaucht und die beiden gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise durch Ostdeutschland aufbrechen.

Bewertung durch die FBW

Maik Klingenberg ist nicht gerade der Beliebteste in seiner Klasse. Er ist der klassische Außenseiter, hat nicht wirklich Glück bei den Mädels und fällt auch sonst kaum auf. Kein Wunder, dass ihn das schönste Mädchen in der Schule nicht bemerkt. Doch eines Tages betritt "Tschick" die Klasse. Der Junge aus Russland wirkt unzugänglich, trägt furchtbare abgetragene Klamotten und bringt selbst die coolen Jungs aus der höheren Stufe dazu, die Straßenseite zu wechseln. Maik findet Tschick seltsam. Doch Tschick findet Maik interessant. Und so steht er zu Beginn der Sommerferien vor Maiks Haustür. Die Mutter, die zuviel trinkt, ist mal wieder auf Entzug, der Vater auf Geschäftsreise. Für Tschick ist die Sache klar: Maik und er sollten raus hier, einfach mal weg. Das passende Gefährt dafür, einen alten Lada, hat Tschick schon "geliehen", und Maik steuert das Geld bei, das sein Vater ihm dagelassen hat. Tschick scheint jedoch so gar keinen Plan zu haben, wo es überhaupt hingehen soll. Maik ist skeptisch. Und weiß noch nicht, dass er diesen Sommer nie mehr vergessen wird. Der Erfolgsroman TSCHICK von Wolfgang Herrndorf erschien im Jahr 2010 und wurde bis heute weit über 2 Million Mal verkauft. Nun hat sich Fatih Akin der Vorlage angenommen und aus der Geschichte über die Freundschaft zweier Jungs, die gegensätzlicher nicht sein können, einen herrlich beschwingten Road Trip gemacht. Die Geschichte lebt von der Spontaneität und Unerwartbarkeit der Ereignisse, von der Sommerstimmung der großartigen Bilder des Kameramanns Rainer Klausmann und von den sensationellen Darstellern, die ihre Rollen federleicht verkörpern. Tristan Göbel ist Maik, der als unscheinbarer Junge im Laufe des Films erwachsener, reifer und ein großes Stück selbstbewusster wird. Und Anand Batbileg ist Tschick, der nach außen hin furchtbar cool tut und dennoch nach und nach ganz viel Wärme und echte Gefühle offenbart, wozu auch Ängste und Selbstzweifel gehören. Zusammen entwickeln die beiden eine großartige Chemie, perfekt ergänzt durch ein stimmiges Ensemble. Als Road Movie funktioniert TSCHICK ebenso gut wie als Coming-Of-Age-Geschichte, denn zusammen mit den Beiden begibt sich der Zuschauer auf eine Reise und sieht ihnen dabei zu, wie sie an ihren Erlebnissen und Erfahrungen reifen und dabei herrlich skurrilen und doch authentischen Figuren begegnen. Der Soundtrack steckt voller guter Tracks, wobei die Auswahl des Titeltracks, Richard Claydermans "Pour Adeline", dem Trip einen ganz besonders nostalgisch-verdrehten Charme verleiht. Nicht alle kleinen Geschichten in diesem großen Film werden am Ende auserzählt. Doch viel wichtiger erscheint es sowieso, mit Maik und Tschick die wunderschönen Momente auf der Reise zu erleben. Fatih Akins TSCHICK ist eine kongeniale und stimmungsvolle Umsetzung der gefeierten Vorlage. Spannend, unterhaltsam und mitreißend. Und dazu ein Film, der zu Herzen geht....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.