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Girl On The Train

  • Land
    USA
  • Länge
    112 Minuten
  • Jahr
    2016
  • FSK
    16
  • Regie
    Tate Taylor
  • Darsteller
    Emily Blunt, Rebecca Ferguson, Haley Bennett
  • Genre
    Thriller

Nach der Trennung von ihrem Mann versinkt Rachel jeden Morgen, auf der Zugfahrt zur Arbeit, in Tagträume. An einer Station beobachtet sie täglich ein junges Paar. Die beiden, die sie Jess und Jason nennt, scheinen ein perfektes Leben zu führen, um das Rachel sie beneidet. Doch eines Tages sieht sie, wie etwas Schreckliches geschieht. Am nächsten Tag liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer jungen Frau und erkennt auf dem Foto Jess wieder.

Bewertung durch die FBW

Es ist nun schon zwei Jahre her, dass Rachel von ihrem Mann Tom geschieden wurde. Schon in ihrer Ehe trank Rachel zuviel, mittlerweile kann sie ohne Alkohol den Tag nicht überstehen. Ein wenig Ablenkung erhält sie nur, wenn sie morgens, auf dem Weg zur Arbeit, an den Häusern in den Vororten vorbeifährt und die Menschen darin beobachtet, wenn der Zug auf der Strecke haltmachen muss. So sieht sie täglich die junge Megan und ihren Mann Scott, die für sie zum Inbegriff einer perfekten Beziehung werden. Und in deren Nachbarschaft Rachel selbst einmal gelebt hat. Doch nun lebt Tom mit seiner zweiten Frau Anna und ihrem kleinen Kind in dem Haus mit dem großen Vorgarten und dem weißen Gartenzaun. Und obwohl sie weiß, dass es nicht gut ist, zieht es Rachel immer wieder zu ihrem alten Zuhause. Sie steigt aus dem Zug und läuft durch ihre alte Gegend. So auch an diesem einen bestimmten Abend. Am nächsten Morgen wacht sie ohne Erinnerung in ihrem Bett auf. An ihrem Körper und ihrer Kleidung ist Blut. Und Megan wird vermisst. Drei Frauen, verbunden durch einen Ort, einen Zufall oder auch ein gemeinsames Schicksal? Das ist die Ausgangssituation von GIRL ON THE TRAIN, der Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Paula Hawkins. Regisseur Tate Taylor hält sich eng an die Vorlage und schafft es, die Spannung und den Thrill des Buches in atmosphärisch dichten Bildern auf die Leinwand zu transportieren. Ganz nah ist die Kamera bei den Figuren, die Totalaufnahmen der Gesichter zeigen sie in ihrer Enge der schicksalshaften Situation, zeigen die inneren Konflikte und die Fragen, die sich auch der Zuschauer mehr und mehr in dem eng verwobenen Rätselspiel stellt. Im Zentrum der Handlung stehen die drei weiblichen Hauptfiguren, die Tate Taylor geschickt in ihrer Verschiedenheit und den gleichzeitig erkennbaren Parallelen inszeniert. Rebecca Ferguson und Haley Bennett verkörpern Anna und Megan gekonnt, beide sind Madonnen, die eine Heilige, die andere Hure. Dass sich hinter beiden mehr verbirgt als nur eine eindimensionale Charakterzeichnung, ist ein Verdienst des komplex und klug gebauten Drehbuchs. Geführt wird der Zuschauer durch Emily Blunt als Rachel. Ihre überzeugend verkörperte Verstörung ist die Verstörung des Zuschauers, der sich mit ihr auf Spurensuche in dem doppelbödigen Spiel aus Besessenheit, Eifersucht und Wut begibt und sich auch bei Rachel selbst nie sicher sein kann, was sie antreibt. Fragil, labil und zerbrechlich wirkt sie in einem Moment, wild und entschlossen im anderen. Mit seinen immer wieder überraschenden Wendungen, dem stimmig und sphärisch inszenierten Setting und einer sich ständig steigernden Spannungsdramaturgie ist GIRL ON THE TRAIN ein Thriller par excellence, der den Zuschauer mit atemloser Spannung begeistert....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.