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Florence Foster Jenkins

  • Land
    Großbritanniten
  • Länge
    110 Minuten
  • Jahr
    2016
  • FSK
    o.A.
  • Regie
    Stephen Frears
  • Darsteller
    Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg
  • Genre
    Komödie

Sie ist die schlechteste Sängerin der Welt - und doch erobert sie die großen Opernbühnen. Florence Foster Jenkins ist ein New Yorker Phänomen der 1940er Jahre. Sie wird protegiert von ihrem Manager und Liebhaber St. Clair Bayfield. Er tut alles, um ihr den exzentrischen Wunsch nach einer Karriere als Sängerin zu erfüllen. Doch schließlich soll Florence in der berühmten Carnegie Hall auftreten: Wird dies ihre Sternstunde oder ihr Untergang?

Bewertung durch die FBW

Florence Foster Jenkins ist in den 1930er und 1940er Jahren eine der Königinnen der amerikanischen High Society. Sie hat Geld im Übermaß und könnte es sich mit ihrer Position als Kunstmäzenin und Förderin von Musikern gut gehen lassen. Doch Florence will Musik nicht nur lieben, sie will sie auch leben. Daher entscheidet sie sich, eigene kleine Gesangsdarbietungen für ihre Freunde vorzubringen, unterstützt und organisiert von ihrem Mann St. Clair, der penibel auf jedes Detail achtet. Vor allem darauf, Florence die schmerzhafte Wahrheit vorzuenthalten: dass sie schlicht und einfach nicht singen kann. Ihre Töne sind zu schief, zu laut, zu disharmonisch. Kurzum: ein Angriff auf die Ohren des Publikums. Da dieses aber nur aus Freunden der "Künstlerin" besteht, sagt ihr niemand die Wahrheit ins Gesicht. Bis sich eines Tages die Gelegenheit ergibt, in der legendären Carnegie Hall öffentlich aufzutreten. Und St. Clair vor die größte Herausforderung überhaupt stellt. Der neue Film von Stephen Frears erzählt mit perfekt ausbalancierter Mischung aus Tragik und Komik die wahre Geschichte der Florence Foster Jenkins, die als "schlechteste Sängerin der Welt" Berühmtheit erzielte. Es ist gleichzeitig urkomisch und tief berührend, mit wieviel Enthusiasmus und Optimismus Florence bereit ist, die Welt mit ihrem "Talent" im Sturm zu erobern. Die großartige Meryl Streep spielt sie mit Verve und einer mitreißenden Hingabe, die den Zuschauer in jeder Sekunde aufs Köstlichste unterhält und gleichzeitig zu Herzen rührt. So macht sie auch klar, dass diese Frau, trotz ihrer Talentlosigkeit, zwei Dinge abgöttisch liebte: Die Musik und ihren Mann St. Clair. Hugh Grant spielt den Mann an Streeps Seite mit ebenbürtiger Größe und einer immer wieder durchblitzenden Ambivalenz. Denn St. Clair ist seiner Frau in Treue und ehrlicher Liebe ergeben, hat aber auch seine ganz eigene egoistische Agenda. Der Pianist Cosmé wird von Simon Helberg herrlich komisch als naiv-schüchterner und unbeholfener junger Künstler verkörpert, der zunächst ehrlich entsetzt über die fehlenden Gesangskünste seiner Geldgeberin ist und ihr dann immer mehr in Freundschaft und Bewunderung zugetan ist. Seine Figur ist der Stellvertreter für den Zuschauer, der Florence Foster Jenkins immer mehr ins Herz schließt. Das Drehbuch von Nicholas Martin erlaubt großartig komödiantische Momente, wenn Streep als Florence vor das Publikum tritt und das komplette Fehlen eines Gesangstalents an den Tag legt oder St. Clair in hektischer Umtriebigkeit versucht, seine Frau vor der Wahrheit zu bewahren. Doch immer wieder spürt man dank Frears leichtfüßiger Inszenierung auch die Wärme und Wahrhaftigkeit aller Figuren und erkennt die große Liebesgeschichte, die Florence und St. Clair verbindet. Ein perfekt abgestimmter Score, ein bis in die Details stimmiges Set-Design und eine wunderbare Kamera runden den Film ab. 1944 starb Florence Foster Jenkins. Auf ihrem Grabstein sind die Worte eingraviert, mit denen auch der Film sie verabschiedet: "Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte." Eine durch und durch charmante, warmherzige und stilvolle filmische Verbeugung vor einer Frau mit kleinem Talent. Aber einem großen Herzen....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.