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Beurteilung der Arbeitsleistung

Arbeitszeugnis: Darauf sollten Arbeitnehmer achten

Wie gut meistert der Arbeitnehmer seine Arbeit wirklich? Um dies herauszufinden, studieren Personaler die Arbeitszeugnisse ihrer Bewerber. Wer sein Arbeitszeugnis detailliert prüft und auf Geheimcodes und die Zeugnissprache achtgibt, kann seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt durchweg verbessern.

 

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Das Arbeitszeugnis gilt als Indikator für die Arbeitsleistung und ist daher ein wichtiges Argument für oder gegen die Einstellung des Bewerbers. Wer sein Arbeitszeugnis erhält, sollte dies also gründlich auf Vollständigkeit und Fehler prüfen.

Arbeitszeugnis prüfen: So geht's

1. Kontrolle der Formalitäten: Das Arbeitszeugnis muss vom Arbeitgeber durch die Überschrift "Zeugnis" oder "Arbeitszeugnis" kenntlich gemacht werden. Neben der Angabe des Orts und des Datums muss das Arbeitszeugnis alle korrekten Angaben zur Person, zu dem Tätigkeitszeitraum und zur Art und Dauer der Tätigkeiten enthalten. Es sollte stets geprüft werden, ob das Arbeitszeugnis frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist.

2. Kontrolle der Inhalte: Nach Auflistung der Fakten erfolgt bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis eine Beurteilung der Arbeitsleistung und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers. Die Schlussformel rundet das Arbeitszeugnis ab und enthält in der Regel den Grund des Ausscheidens (Kündigung durch den Arbeitnehmer oder Arbeitgeber), eine Formulierung in Bezug auf das Bedauern des Ausscheidens sowie eine Danksagung und berufliche Zukunftswünsche. Zum Schluss wird das Arbeitszeugnis vom Personalverantwortlichen unterschrieben und auf Firmenpapier ausgedruckt.

Geheimcodes auf dem Arbeitszeugnis

Arbeitgeber müssen Arbeitszeugnisse "wohlwollend" ausstellen. Es ist ihnen untersagt, diese so zu verfassen, dass Arbeitnehmer offen kritisiert werden. Aus diesem Grund haben Arbeitgeber in der Vergangenheit Geheimcodes entwickelt, die im ersten Moment zwar harmlos klingen, aber lediglich negative Aussagen verschleiern. Diese negativen Aussagen sollen dem zukünftigen Personaler Aufschluss über die Arbeitsleistung und das Sozialverhalten des Arbeitnehmers geben und diese gegebenenfalls "warnen". 

Gängige Geheimformulierungen sind beispielsweise:

"Er hat alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt":
Der Arbeitnehmer war zwar fleißig und hat Interesse gezeigt, Erfolg hatte er jedoch nicht.

"Er verstand es, alle Aufgaben stets mit Erfolg zu delegieren":
Der Arbeitnehmer hat sich vor seiner Arbeit gedrückt.

"Er war seinen Mitarbeitern jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter":
Der Vorgesetzte hatte kein Durchsetzungsvermögen und wurde nicht respektiert.

"Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich":
Da die Kollegen zuerst genannt werden, hatte der Arbeitnehmer höchstwahrscheinlich Konflikte mit dem Chef.

"Für die Belange der Belegschaft bewies er immer Einfühlungsvermögen":
Der Arbeitnehmer suchte sexuelle Kontakte bei den Kollegen.

Neben den Geheimcodes enthält das Arbeitszeugnis ein verstecktes Notensystem. Die folgenden Formulierungen geben Aufschluss darüber, wie der Arbeitnehmer benotet wurde:

…"stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" (Note 1)
…"stets zu unserer vollen Zufriedenheit" (Note 2)
…"zu unserer vollen Zufriedenheit" (Note 3)
..."zu unserer Zufriedenheit" (Note 4)
…"insgesamt zu unserer Zufriedenheit" (Note 5)

Obwohl die verschlüsselten Geheimformulierungen rechtlich verboten sind, werden sie immer wieder in Zeugnissen verwendet. Wer solche negativen Formulierungen in seinem Arbeitszeugnis entdeckt, kann juristisch dagegen vorgehen.

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