• Home
  • So, 19. Nov. 2017
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

20.10.2017 - 28.10.2018

Expedition Mittelalter

Termin: 20.10.2017 - 28.01.2018
Ort: Museum Schnütgen

Gut 13.000 Objekte christlicher mittelalterlicher Kunst besitzt das Museum Schnütgen. Nur 500 können in der Dauerausstellung gezeigt werden. Grund genug, einmal durchs Depot zu gehen und die unbeachteten Schätze zu durchforschen. Das ist geschehen – und das Ergebnis ist die Ausstellung „Expedition Mittelalter“. Und damit Kinder sich nicht darin verlaufen, gibt es für sie einen kostenlosen Comic als „Führer“.

„Wir könnten glatt eine zweite Dauerausstellung bestücken, sagt Kuratorin Manuela Beer. Und die Fülle und Qualität der Exponate, von denen einige erstmals ausgestellt werden, geben ihr Recht. Es sind Heiligenfiguren aus Holz und Stein, goldene Monstranzen, Steinkapitele, Chorgestühle, Priestergewänder, Bücher, Kruzifixe und ganze Kreuzigungsgruppen, Pietas.

Zusammengefasst sind sie nach Themen wie „Heilige als Wegbegleiter“, „Unterwegs“, „Gemeinschaften“, „Mächtige Mythen“, „Reich der Sinne“, „Begegnung von Himmel und Erde: Maria“ oder „Begegnung von Himmel und Erde: Der gekreuzigte Christus“ erzählen die Ausstellungsstücke, wie damals gelebt, geglaubt und ums Seelenheil gestritten wurde.

Bei vielen Objekten ist die Herkunft unklar. Der Kölner Priester Alexander Schnütgen hat im 19. Jahrhundert gesammelt, was er sammeln konnte, um es vor Vernichtung und Vergessen zu bewahren – und es danach der Stadt geschenkt. Hinzu kamen Ankäufe und Spenden.

So weiß Beer bis heute nicht, woher ein Bronze-Kreuz stammt. „Wohl ein Grabungsfund, es war vergoldet, zum Teil auch bemalt. Eines der wenigen byzantinischen Stücke, die wir haben“, erklärt sie. Es sei groß, werde aber in einer Ausstellung leicht übersehen. Eine Rarität sind auch die Heiligenfiguren aus Ton – zerbrechlich, wie sie sind, haben nur wenige die zeit bis heute überstanden.

Meisterlicher Handwerkskunst 

Von meisterlicher Handwerkskunst zeugt eine „Betnuss“ aus Buchsbaumholz, groß wie ein Hühnerei. Schon außen kunstvoll verziert, kann man sie aufklappen und nur noch staunen, wie im Inneren der Kreuzweg Christi hineingeschnitzt wurde. Aufmerksamkeit haben endlich auch die zahlreichen volkstümlichen Andachtsbildchen, die es auch heute noch gibt. In zahlreichen Variationen ist hier das Herz als Symbol der Liebe zu sehen: vom eher abstrakten Symbol bis hin zur fast anatomisch getreuen Abbildung.

Eine Entdeckung ist der Bericht des Ritters Jean de Mandeville, der 1322 als Pilger ins heilige Land und von dort in die Nachbarländer reiste. Fakt oder Fiktion? Bis ins 16. Jahrhundert war sein Buch ein Bestseller. Besonders die 140 Illustrationen dürften die Leser fasziniert haben – ein früher Wilhelm Buch wird da aufgeblättert.

Für Kinder gibt es einen kostenlosen Comic, gezeichnet vom Kölner Ralf Marczinczik: Eine Klosternovizin und ein junger Steinmetz führen durch das mittelalterliche Leben und erklären nebenbei auch einige Ausstellungsstücke. Das Happy End fällt zwangsläufig mittelalterlich aus. Für Erwachsene gibt es keinen schriftlichen Führer. Immerhin wird derzeit an einem Katalog zu rund 250 ausgesuchten Depot-Stücken gearbeitet. (Text und Foto: Jürgen Schön)

(zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017 - 11:11 Uhr)

Tipps der Redaktion

elefant145.jpg

Shona-Art im Kölner Zoo

Tierisch was zu Entdecken: Der Kölner Zoo zeigt liebevolle Skulpturen nach dem Stil "Shona Art" mit exklusiven Unikaten aus Zimbabwe.  mehr

skulptur145.jpg

Köln Skulptur #8

Hasen, Tropfen und Fußeisen - der Skulpturenpark im Schlosspark Stammheim zeigt 25 brandneue Kunstwerke.

  mehr

look145.jpg

LOOK! Modedesigner von A bis Z

Diese Kunst ist nicht von der Stange: Das MAKK zeigt eine exquisite Auswahl seiner wichtigsten Fashion-Exponate.

  mehr