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23. Juni bis 10. September 2017

1917 – In Erinnerung an Luise Straus–Ernst

Termin: 23.06.2017 bis 10.09.2017
Ort: Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud (WRM)

Das Wallraf-Richartz-Museum widmet einer der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen eine Ausstellung. Dabei wird das Leben von Luise Straus-Ernst, die vielen nur als erste Frau von Max Ernst bekannt ist, beleuchtet.

Sie war eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen in Deutschland und leitete im Ersten Weltkrieg kommissarisch das Wallraf-Richartz-Museum. Sie mischte als Dadaistin die Kölner Kunstszene auf und war elf Jahre vor den Nazis auf der Flucht, die sie 1944 in Ausschwitz ermordeten.

Trotz dieses bewegten Lebens ist Luise Straus-Ernst vielen nur als die erste Ehefrau von Max Ernst bekannt. Dieser Wahrnehmung setzt das Museum nun eine eigene Ausstellung entgegen. Dafür rekonstruiert das Museum die von Straus-Ernst gezeigte Sonderschau "Alte Kriegsdarstellungen - Graphik des 15. bis 18. Jahrhunderts" von 1917 und lädt zudem die zeitgenössische Künstlerin Louisa Clement zu einer aktuellen Reflexion ein.

Die Schau versprach den Besuchern im zugehörigen Katalog "einen knappen Überblick über die Kriegsdarstellungen in der graphischen Kunst". Doch es war keine Jubelausstellung, welche die schwindende Kriegseuphorie des deutschen Volkes wieder entfachen sollte, im Gegenteil: Die stummen Blätter zeigen den Krieg als menschliche Katastrophe, ungeschönt und in all seiner Nachdrücklichkeit. Eine Auswahl von 64 der insgesamt 120 damals ausgestellten Werke und zehn aktuelle Arbeiten von Louisa Clement sind im Graphischen Kabinett des Wallraf-Richartz-Museum und Fondation Corboud zu sehen.

Sie setzen sich mit der medialen Präsenz und Allgegenwärtigkeit heutiger Kriegsdarstellungen auseinander. Die Schau fragt nach der Motivation, mit der sich Straus-Ernst dem Thema „Krieg in der Kunst" widmete, und skizziert dabei gleichzeitig die unterschiedlichen Facetten einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Bis zum 10. September läuft die Ausstellung, zu der auch ein 146-seitiger Katalog erscheint. Der Katalog umfasst 52 Abbildungen, mehrere Aufsätze und der Reproduktion des ursprünglichen Katalogs.

(zuletzt aktualisiert: 8. August 2017 - 9:01 Uhr)

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